Presse
Das Onlinemagazin der Ahlener Zeitung zu den MammutspielenRadiowafbeitrag zu den Mammutspielen. Vielen Dank!
Montag (05.07)
Lernen zwischen Schere und Pinsel (AT: 08.07.2008)
Mammutstadt (ack). Die Kinder sind beschäftigt, zwei Wochen müssen sich die Eltern keine Gedanken darüber machen, wie sie unter der Woche die Kinder unterhalten. Die Mammutspiele haben einen praktischen Nutzen, keine Frage. Allerdings auch aus einem ganz anderen Grund: Die Kinder lernen während der zehn Tage eine ganze Menge. Allerdings nicht wie in der Schule, sondern meist so, dass sie es gar nicht merken. „Ordnung halten“, nennt Betreuerin Andrea Kühn einen Aspekt. Sie malt mit den Kindern Australiens. Dabei geht es um Kreativität und praktische Tipps. Dass alle Pinsel nämlich da hinkommen, wo sie auch hergeholt wurden, war nicht immer selbstverständlich. Gleichzeitig wird den Kindern aber auch einiges über ihren Kontinent vermittelt. Die Europäer zum Beispiel lernen nach und nach in verschiedenen Sprachen zu grüßen. Ebenso werden Tänze verschiedener Länder einstudiert. Hüftschwünge nach türkischer Art ebenso wie das Schütteln der Beine nach russischen Gepflogenheiten. Betreuerin Miriam macht es vor, gibt Tipps, lässt die Kinder aber auch eigene Ideen entwickeln. Sich darüber in der Gruppe Gedanken zu machen, wie man sich am besten zur Musik des Films Heidi bewegt, fördert schließlich die Sozialkompetenz. Auch im Kreativbereich von China kommen immer wieder Fragen auf. „Es ist interessant zu sehen, wie viele Schriftzeichen es gibt“, spricht Betreuerin Rena Lohel für ihre Schützlinge. Die lernen zwischen Schere und Pinsel etwas über das Alltagsleben in China. Das Wissen wird zwar nicht abgefragt, aber ein wenig bleibt immer hängen. „Ich finde das wichtig“, sagt Rena Lohel. Genauso sieht das Andrea Kühn, die mit den Australiern auf den Spuren der Ureinwohner wandelt und einen Traumpfad angelegt hat. Außerdem werden Didgeridoo gebastelt. Das sind die Instrumente, mit denen die Aborigines in Australien Musik machen. Das macht Spaß und bildet. Das sage noch einer, bei den Mammutspielen gehe es einzig und allein darum, die Kinder für ein paar Tage ruhig zu stellen. Sicherlich werden die Eltern entlastet, aber lernen tun die Kinder ebenso etwas.
Tischtennis wird nie langweilig (AT: 08.07.2008)
Ahlen (pm). Jonas (11 Jahre, Australien) nahm am Tischtennisturnier teil. Er spielte gut mit und konnte sich Hoffnung auf eine gute Platzierung machen. Nachdem er sich für das Viertelfinale qualifiziert hatte, sagte er, was er sich von dem Turnier erhofft und was ererwartet. „AT“: Warum machst Du beim Tischtennisturnier mit?
Jonas: Tischtennis macht Spaß und ist eigentlich immer witzig.
„AT“: Hast Du denn schon öfter gespielt?
Jonas: Ja, ich spiele fast immer in der Schule während der Pausen mit meinen Freunden auf dem Schulhof.
„AT“: Was macht dir am Tischtennis Spaß?
Jonas: Ich finde Tischtennis toll, weil es ein sehr schnelles Spiel ist, man gute Reflexe braucht und schnell reagieren muss. Deshalb wird es nie langweilig.
„AT“: Glaubst du denn, dass du das Turnier gewinnen kannst?
Jonas: Ja, ich glaube, dass ich eine Chance habe. Also hoffe ich, mit etwas Losglück das Turnier zu gewinnen. Im Achtelfinale habe ich gegen einen sehr guten und starken Gegner gewonnen, also denke ich, dass ich in einer guten Form bin.
Ein Fluss entsteht trotz des Regens(AT: 08.07.2008)
Mammutstadt (ack). Was später mal als Fluss daher kommen soll, liegt früh am Morgen schnöde als eine Rolle Plastikplane neben der Holzhütte von China. Um 15.30 Uhr fehlt nur noch das Wasser. Bewerkstelligt haben das die Kinder, die sich am Morgen zum Basteln eingefunden hatten. Genau hierfür ist China, als Gastgeber der echten Olympischen Spiele bei den Mammutspielen präsent, nämlich die Anlaufstation. Gestern aber war körperlicher Einsatz gefragt, zumindest für einen Teil blieben die Pinsel trocken. Zwar murrten einige, die zunächst langen verwandelten sich aber schnell in lachende Gesichter. „Das macht richtig Spaß“, sagte Ron (9) und schlug noch einen Nagel in das Holz, sicher ist sicher. Die grundsätzliche Idee besticht durch ihre Einfachheit, allerdings mussten die Kinder einige Tücken und Klippen umschiffen, ehe alles stand. Zunächst wurde die Folie ausgerollt, dann aber doch wieder umgeklappt und so mit einer doppelten Wand gearbeitet. „Wir haben eine Sicherung eingebaut“, sagt Arthur Drescher. Er steht den Kindern mit Rat und Tat zur Seite und packt natürlich mit an. Denn rund um die Folie muss ein Gerüst aus Dachlatten gefertigt werden, damit auch dann alles steht, wenn das Wasser eingelassen wird. Die Mathematiker sind gefragt, als es darum geht, in welchem Abstand die Pfähle eingeschlagen werden müssen. Zuvor hatten Drescher und sein Team ein Ende der Latte angespitzt, damit sich das Holz gut in den Boden treiben ließ. Auf dem Weg von der einsamen Folie zu einem Fluss ließen sich die kleinen Bastler von nichts aufhalten. Auch nicht von einer Plane, die zunächst nicht halten wollte. Fix wurden eine Holzstückchen gesägt und damit die Folie fixiert. Teilnehmer der Mammutstadt sind nämlich sehr kreativ.
Im Dreikampf hängen vielseitige Asiaten die Konkurrenten ab (AT: 08.07.2008)
Mammutstadt (pm). Der moderne Dreikampf, der im Stadion des Sportpark Nord ausgetragen wurde, sollte eigentlich aus den Disziplinen Kegeln, Wasserpistolenschießen und Sandburgenbauen bestehen. Aber wegen des Regens, der kurz voher fiel, musste das Sandburgenbauen kurzfristig abgesagt werden. Davon allerdings ließen sich die Betreuer nicht aufhalten. Kurzer Treff an der Laufbahn, eine schnelle Besprechung und dann stand das Alternativprogramm: Staffellauf statt Sandburgenbau. Um Gold zu holen, reichte es nicht, in einer Disziplin stark zu sein. In jedem Wettkampf gab es Punkte zu gewinnen, nur wer konstant erfolgreich war, hatte eine Chance auf den Gesamtsieg. Es war also schon mal einfacher, an eine Goldmedaille zu kommen. Das mussten die ersten Olympioniken
Freitag (04.07)
Organsations-Team lässt nur Plan C in der Schublade (AT: 05.07.2008)
Mammutstadt (ack). Das beliebteste Werkzeug der Organisationsteams in der Mammutstadt ist das Internet. Hier gibt es nämlich ständig aktualisierte Wetterberichte. Sie entscheiden, welcher Plan durchgeführt wird. Gestern und auch heute ist es Plan B, die Zeichen stehen auf Regen. So wurde gestern extra das Mittagessen ein wenig vorgezogen, da der Wetterbericht Regen ab 13 Uhr voraussagte. Dass es dann aber doch trocken blieb, konnte keiner ahnen. „Es sieht deutlich besser aus als noch am Mittwoch“, sagte Markus Beckmann mit Blick auf den Laptop. Die Wetterkarte zeigte Regen in Düsseldorf und Siegen an, aber gutes Wetter in Ahlen. Starker Regen aber war prognostiziert und deshalb schon am Mittwoch Plan B gezückt worden. Das bedeutet, dass die Entscheidungen zunächst ausgespielt werden, die in der Halle stattfinden können oder müssen. Zum Beispiel das Turnen. In der Don-Bosco-Halle war es zwar richtig warm, dafür aber in jedem Fall trocken. Ebenso wurde die Sporthalle der Realschule in Beschlag genommen. Bis 13 Uhr am Vortag fällt jeweils die Entscheidung, wie der darauf folgende Tag laufen soll. „Das muss abgesprochen werden“, sagt Karin Jaspert vom Jugendamt. Sie sorgt zusammen mit ihrem Team dafür, dass immer eine Antwort gefunden wird. Schließlich müssen Schlüssel für die Hallen besorgt und die Eltern möglichst schon beim Abholen informiert werden, wo ihre Kinder sich tummeln werden. Außerdem muss das Gelände wetterfest gemacht werden. So wurden am Mittwoch die Zelte auf der Wiese verstärkt und zusätzlich gesichert, schließlich sollte nichts wegfliegen. So ist das Organisationsteam auf so ziemlich alle Eventualitäten vorbereitet. Auch auf Plan C, der aber gerne in der Schublade versauern kann. Bei einem richtigen Unwetter nämlich müsste die Mammutstadt früher geschlossen werden. „Dann bleibt uns nicht anderes übrig, als ganz viel zu telefonieren“, sagt Karin Jaspert. Im vergangenen Jahr zum Beispiel war das der Fall, als ein Gewitter aufzog. Bisher aber blieb die Mammutstadt verschont, das Internet sagt bisher nur Regen voraus. Und selbst der blieb bisher aus. Manchmal hilft eben auch das Internet nicht weiter.
Fun Olympics bringen richtig ins Schwitzen (AT: 05.07.2008)
Mammutstadt (pm/jaho). Bei den Fun Olympics im Rahmen der Mammutspiele in der Realschulhalle wurden am Donnerstag zwei Disziplinen ausgetragen. Je 15 bis 20 Kinder aus jedem Kontinent konnten sich jeweils im Speerwerfen und Tennisballlauf beweisen und so ihrer Mannschaft zum Sieg verhelfen. Die Spiele fanden Vormittags und Nachmittags statt und wurden in verschiedenen Altergruppen ausgetragen. Im Speerwerfen sicherten die Kinder aus Neuseeland sich den Sieg. Mit 31 Punkten gewannen sie vor Australien und Amerika mit jeweils 28 Punkten. Ein besonders guter Speerwerfer war Marcel (12 Jahre) aus dem Gewinnerkontinent Neuseeland. Er warf den Speer durch die gesamte Halle und fuhr seinem Team so den Sieg ein. „Ich habe den Speer mit zwei Fingern gehalten, nach oben gezielt und so mit viel Anlauf den Speer weit geworfen“, erklärte der Zwölfjährige. Beim Tennisballlauf kamen die Kinder ganz schön ins Schwitzen. Sie mussten mit einem Tennisball in der Hand durch die gesamte Halle und wieder zurück laufen. Hierbei war das Team aus Asien mit 21 Punkten nicht zu schlagen. Allgemein liegen die Asiaten im Medaillenspiegel der Mammutspiele weit vorne, mussten gestern aber Australien Rang eins überlassen. Entschieden aber ist noch nichts.
Donnerstag (03.07)
Schwimmen und Spülen gegen Hitze (AT: 04.07.2008)
Mammutstadt (ack). Eine Stadt trotzt der Sonne: Trotz des heißen Wetters ließen sich die Ahlener Olympioniken nicht unterkriegen und gaben auch am Mittwoch richtig Gas. Schließlich ging es wieder um Goldmedaillen. Alles richtig gemacht hatten die Mammut-Stadt-Planer vor allem mit einem Termin: Die Schwimmwettbewerbe wurden gestern ausgetragen. Besser ging es nicht. Denn während im Sportpark Nord in der prallen Sonne ein Sieger im Ostfriesen-Football ermittelt wurde, waren die Temperaturen im Wasser angenehm kühl. Den Job des Tages hatte dabei Betreuer Mark Schlüter – zumindest am Morgen. Er stand mitten im Becken und dirigierte die Masse. Das allerdings erwies sich als eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, war es im Freibad gerade wegen der sommerlichen Temperaturen alles andere als leer. Auch deshalb mussten die Mammut-Schwimmer am Nachmittag in die Halle ausweichen. Abkühlung fand hier auch Jonas. Der Neunjährige nämlich hatte zuvor direkt nach dem Mittagessen noch eine Runde Fußball gespielt. Nicht im Schatten natürlich in der Sonne. Die meisten aber zogen den Schatten vor oder organisierten sich ein Eis. Jochen Wrobel kam im Clubheim der Ahlener SG mit dem Einfrieren von Kratz-Eis nicht mehr nach, so groß war der Andrang. Kein Wunder bei Temperaturen in der Sonne weit über 30 Grad Celsius. Das wieder aber hatte den Effekt, dass Jobs, die sonst eher lästig sind, auf einmal attraktiv wurden. Betreuerin Michelle Hopp zum Beispiel kümmerte sich nach dem Mittagessen – es gab Gemüseragout mit Champignons und Reis oder Geflügelragout Hawaii mit Reis und Salat – um den Abwasch. „Am Wasser lässt es sich aushalten“, sagt sie mit einem Lächeln. Und wenn mal Kinder ein wenig zu nah kommen, werden sich mit dem Wasserschlauch verjagt. Das wiederum war aber auch keine echte Strafe bei den sommerlichen Temperaturen.
Kinder können Ideen freien Lauf lassen (AT: 04.07.2008)
Mammutstadt (pm/ja). Die Kinder im afrikanischem Lager tanzen im Moment noch in normalen Straßenklamotten, spätestens nächste Woche aber zwischen selbstgebastelten Löwenmähnen, Rasseln und mit Haarschmuck zur Musik im Kreis. Es macht ihnen sichtlich Spaß und jeder ist mit vollem Einsatz dabei. „Die Tanzeinlagen und Lieder werden von den Kindern vorgeschlagen und ausgesucht“, erklärt Fiona Winter, Betreuerin und Leiterin des Musicals. Als Grundlage gilt das preisgekrönte Musical „König der Löwen“. Einstudiert wird das Stück in den kommenden Tagen. Außerdem basteln die Kinder verschiedene Merkmale der einzelnen Tiere, wie zum Beispiel den Rüssel eines Elefanten, um das Musical anschaulicher zu gestalten. Auch Trommeln und sogar eine Rundhütte werden noch gebastelt. Das Ziel ist es, das Einstudierte auf der Abschlussfeier der Mammutspiele aufzuführen und so den anderen Kindern und den Eltern noch einmal einen Höhepunkt zu bieten. „Es macht halt einfach Spaß. Die Kinder können ihren Ideen freien Lauf lassen“, erklärt Fiona Winter. Noch laufen die Proben nicht fehlerfrei, aber die Leiterin und die Kinder sind zuversichtlich. „Ich bin mir sicher, dass wir das noch bis zur Abschlussfeier hinbekommen. Die Kinder arbeiten fleißig daran, ihre Tanzschritte zu verbessern und lernen aus ihren Fehlern“, sagt Fiona Winter. Wer keine Lust auf tanzen hat, kann an einem Quiz rund um das Thema Afrika mit Betreuer Daniel Cosic teilnehmen und so eine Menge über den Kontinent und seine Kultur erfahren. Diejenigen, die auch daran kein Gefallen finden, können selbstverständlich an verschiedenen Wettkämpfen teilnehmen und Medaillen gewinnen. Aber eines ist sicher: Keiner wird in den nächsten zwei Wochen Langeweile haben müssen.
Mittwoch (02.07)
Spielzeug der Marke Eigenbau (AT: 03.07.2008)
Mammutstadt (ack). Während Australien gegen Europa im Völkerball spielt und bei sengender Hitze alles gibt, machen es sich Marielle (11 Jahre), Aileen (9), Ida (10) und Lars (9) unter einem Sonnensegel bequem. Sie basteln, schließlich geht es bei der Mammut-Olympiade zwar auch, aber nicht nur um den Sport. Unter der Anleitung von Rena Lohel und Artur Drescher wird gewerkelt und eigenes Spielzeug hergestellt. Tangram heißt das alte chinesische Puzzlespiel, schließlich wird das Land, in dem die realen olympischen Spiele stattfinden, auch in der Mammutstadt immer wieder thematisiert. Marielle hat die Formen für das Legespiel, das schon vor über 2000 Jahren gespielt wurde, anhand einer Schablone auf ein dünnes Holzbrett gezeichnet und fängt vorsichtig an zu sägen. Sie stellt zum ersten Mal dieses Spiel her, arbeitet aber dennoch sicher mit der Laubsäge. Ebenso Lars, der als Pfadfinder gut mit dem Werkzeug umgehen kann und schnell mit dem Abschleifen der Holzteile anfängt. „Je mehr Mühe man sich gibt, desto schöner wird es“, sagt Ida. Und sie ist mit Feuereifer bei der Sache, freut sich darüber, ihr eigenes Spielzeug herstellen zu können. „Man kann selber bestimmen, wie es aussieht“, erklärt Ida und schleift schnell noch die letzten Splitter beiseite, ehe es an den Farbtopf geht. Einen Tisch weiter nämlich stehen Pinsel und diverse Farben bereit, der Phantasie ist keine Grenze gesetzt, ebenso der Verständigung. Denn unter dem Sonnensegel treffen sich die Bewohner aller Kontinente. „Wir buhen uns nicht aus“, sagt Marielle. Schließlich haben sie alle gemeinsame Ziele: Spaß haben einerseits und andererseits natürlich möglichst schönes Spielzeug herstellen. Daran wird konzentriert gearbeitet während sich die anderen im Völkerball oder Beach-Soccer messen.
Immer fair spielen und flink sein (AT: 03.07.2008)
Mammutstadt (ack). Im Völkerball war Asien unschlagbar und holte vor Afrika und Neuseeland die Goldmedaille. Das „Ahlener Tageblatt“ sprach mit den Spielern Angelina (12 Jahre) und Julian (10) über die Gründe des Erfolgs. „AT“: Wie fühlt Ihr Euch als Olympiasieger? Julian: Es ist ein gutes Gefühl, auch weil unser Kontinent insgesamt so erfolgreich war. Wir haben je zwei Mal Gold, Silber und Bronze geholt. „AT“: Warum konnte Euch niemand schlagen? Angelina: Wir waren ein gutes Team. Und unsere Trainerin Georgina hat uns immer gesagt, was wir machen sollen. Julian: Und die anderen Mannschaften haben oft nicht aufgepasst. „AT“: Was muss man können, um ein guter Völkerball-Spieler zu sein? Julian: Man muss gut dem Ball ausweichen können. Angelina: Fangen, flink sein und immer den Ball im Blick haben. Außerdem muss man immer fair sein.
Dienstag (01.07)
Dabeisein ist nunmal alles Das olympische Fieber klettert (AT: 02.07.2008)
Ganz gleich, wann und wo. Ein Start bei Olympia – höchstwahrscheinlich der Traum eines jeden Sportlers. Dabei sein ist schließlich alles! Bezahlen müssen die Athleten im Vorfeld der Wettkämpfe in der Regel mit hektoliterweise Schweiß sowie unmessbaren Zeitinvestitionen. Ahlener Athleten und solche die es werden wollen, kostet der Spaß – vor der Haustür – hingegen lediglich schlappe 15 Euro. Und trotz vermeintlich mangelnder Vorbereitung auf die „Mammut-Spiele“ machten die Olympioniken die Veranstaltung zu dem, was sich diese auf die Fahnen geschrieben hatte: Spaß und Spiel standen im Vordergrund. Da wurde die Größe einer Fußballmannschaft schon mal derart aufgestockt, dass plötzlich 60 Kinder dem runden Leder auf der heißen Asche hinterherjagten. Schließlich galt es spätestens nach der Mittagspause und der dazugehörenden Stärkung, sich gemeinsam an die Vorbereitungen zu machen, dem eigenen Kontinent bei der Eröffnungsfeier die Präsentation zu verleihen. Den Schlachtruf an sich hatten sie dabei alle gemeinsam als Markenzeichen ausgewählt, doch unterschieden sich die sechs Kontinente in der Folge an Inhalt und Lautstärke. Spätestens aber, als die Eröffnungsfeier nahte, die Asiaten Stirnbänder und Kopftücher und Neuseeländer ihre selbstgebastelten Amulette anlegten und ihre Flaggen in die Lüfte reckten, war die Frage der Zugehörigkeit beantwortet. Erste Kampfansagen schallten dabei schon früh von Julian (10) und seinen Kumpanen aus Fernost herüber: „Wie, wo, was...Asien ist krass... Wir machen alle Gegner nass!“ Übrigens: Es gibt noch immer wenige Pässe. . .
Montag (30.06)
Olympisches Feuer brennt in Ahlen (AT: 01.07.2008)
Mammutstadt (ack). Das olympische Feuer ist entzündet. Um Punkt 16 Uhr hielt Monika Mikolayczak die Fackel an die Feuerschale, die Spiele als Ahlener Miniaturausgabe des großen Vorbilds sind eröffnet. Zwei Wochen lang tummeln sich 600 Kinder rund um den Sportpark Nord. 15 Minuten früher als geplant wurde am Morgen endlich das Gatter geöffnet. Tobias Winopall ließ die ersten Olympioniken in die Stadt, um 10.15 Uhr wurde damit begonnen, die Kinder sechs Kontinenten zuzuteilen. Europa, Asien, Afrika, Amerika, Australien und – für die Spiele zum Erdteil erklärt – Neuseeland wurden im Sturm bevölkert. „Es ist schön, dass ihr da seid“, begrüßte Karin Jaspert vom Jugendamt der Stadt Ahlen die Kinder und Eltern. Das allerdings werden die wenigsten gehört haben. Die Schlange, die sich vor dem Sportpark Nord bildete, war riesig, die ersten tummelten sich schon früh vor den Toren. Schließlich ging es zu Beginn darum, einem Kontinent zugeteilt zu werden. Wer zuerst kommt, malt zuerst, vor allem die europäischen Plätze waren heiß begehrt. Untergekommen aber sind sie alle, und langweilig wurde es nicht. Denn schließlich galt es, in Windeseile die Eröffnungsfeier vorzubereiten. Die Hymne des eigenen Kontinents wurde eingeübt, schnell die eigenen Lager festlich geschmückt. Plakate wurden gemalt, die Gesichter geschminkt und natürlich zwischendurch schon einmal ein wenig gespielt. Alles für die Eröffnungsfeier: Nacheinander zogen die Kontinente in den Sportpark Nord ein, präsentierten sich auf dem Feld, um dann eine Ehrenrunde zu drehen und sich vor der Bühne auf dem Werferfeld erneut zu versammeln. Bürgermeister Benedikt Ruhmöller begrüßte 600 Kinder, wünschte viel Spaß und nahm auch den olympischen Eid ab. Fairness versprachen alle Teilnehmer, die Achtung des Gegners ebenso. Der Höhepunkt der Eröffnungsfeier: die Entzündung des Feuers durch Betreuerin Monika Mikolayczak. Benedikt Ruhmöller erklärte die Mammut-Spiele, die zwei Wochen dauern, für eröffnet.
Mehr Freizeit für die Eltern (AT: 01.07.2008)
Mammutstadt (ack). Keine Frage: Von der Olympiade in Kleinformat profitieren auch die Eltern. „Man kann nicht sechs Wochen Programm machen“, ist Frank Gust froh, dass er für zwei Wochen entlastet wird. So groß die Freude über den Ferienbeginn auch ist, schnell kann die freie Zeit aber auch nerven. Schon Freitag seien die ersten Fragen gekommen, wann die Schule wieder losgehe, sagt Karina Dornscheidt. Über ein wenig mehr Freizeit freut sich Lisa Boschanski: „Ich kann Sachen machen, für die ich sonst keine Zeit habe.“ In aller Ruhe eine Runde Walking, Behördengänge erledigen oder einfach ganz gemütlich einen Kaffee in der Stadt trinken. Sachen, zu denen man die Kinder besser nicht mitnimmt, da die das sowieso langweilig finden. „Ich habe so mehr Zeit für die anderen Kinder“, sagt Andrea Weber. „Und für uns auch“, fügt Ulla Ruck hinzu. So gewinnen eben alle. Die Kleinen erleben was und die Eltern müssen zumindest für zwei Wochen sich nicht jeden Tag etwas Neues einfallen lassen.